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Radio 3 FACH                                                                                                                    Mein kampf gegen die kesb

25.09.2018, 17:00 Uhr



Buchland 15. Ausgabe

26.07.2018

Ange Stones, wieso hast du als 26-jährige Frau deine Geschichte aufgeschrieben und veröffentlicht? Weil wir jahrelang gegen eine übermächtige Behörde gekämpft haben und dabei fast draufgegangen sind. Ich will die Menschen ermutigen, sich gegen Behörden und fragwürdige Entscheide zu wehren.

Du sagst, dass du dabei fast draufgegangen bist. Ist das wörtlich zu verstehen? Ja. Während  gewissen Phasen hatte ich Selbstmordgedanken und ich habe tatsächlich versucht, mir das Leben zu nehmen. Zum Glück bin ich gescheitert.

Würdest du trotz allem den Kampf nochmals aufnehmen? Hätte ich damals gewusst, welche Lawine über mich hinweg rollt, hätte ich den Mut nicht gehabt. Blicke ich hingegen zurück auf das, was wir erreicht haben und wie ich mich entwickelt habe, würde ich es sofort wieder tun. Es war unglaublich hart, aber die beste Lebensschule, die man sich vorstellen kann.

Woher hast du die Kraft genommen, nach jedem Rückschlag wieder aufzustehen und weiterzumachen? Meine brasilianische Mutter ist im christlichen Glauben aufgewachsen und bittet Gott jeden Tag um neue Kraft. Persönlich hatte ich wegen meiner schwierigen Vergangenheit Mühe, an Gott zu glauben. Und trotzdem, wenn ich an einem Tiefpunkt war, wandte ich mich an Gott und erstaunlicherweise fühlte ich mich nachher stark genug um weiterzumachen.

Was ist für dich in diesen Jahren das Schwierigste gewesen? Das eigene «Ich» zu überwinden, sich an den eigenen Haaren aus dem Dreck zu ziehen. Es ist einfacher, andern zu helfen als sich selbst.

Jahrelang hat dein drogensüchtiger und psychisch kranker Vater sich nicht um euch gekümmert. Als er eines Abends abgerissen vor eurer Türe steht, habt ihr ihn einfach so aufgenommen und ihm geholfen. Wieso?  In diesem Moment war meine Mutter die treibende Kraft. Von ihr habe ich gelernt, dass Vergebung die beste Therapie ist, um seelische Wunden zu heilen und das ich damit schlechte Gefühle gegenüber meinem Vater in Nächstenliebe transformieren kann. Zu beginn habe ich ihre Aussage nicht verstanden oder wollte sie vielleicht nicht verstehen. Heute empfehle ich sie weiter.

 

Was ist für dich das grösste Problem mit der KESB? Sie hat zu viel Macht, tritt gegenüber hilfsbedürftigen Menschen zu oft als Goliath auf! Und sie macht auch Fehler. Nur, wenn Goliath Fehler macht, hat es für David fatale Auswirkungen. Leider ist dieses Bewusstsein bei der KESB kaum vorhanden. Es braucht diese Behörde, aber sie muss reformiert werden. Dafür setze ich mich ein.